Innenstadt Brackenheim aus Sicht des Handicaps

Der am 10. Mai im Rahmen des verkaufsoffenen Sonntags durchgeführte Tag der offenen Tür beim Pflegeservice „d’hoim“ in Brackenheim war ein voller Erfolg. Und ganz besonders die Aktion, bei der sich die Besucher in die Lage von seh-, hör- oder mobilitätsbehinderten Menschen versetzen und per Rollstuhl oder Rollator ihr Umfeld in puncto „behindertengerecht“ erfahren konnten, hat bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Grund genug für Katica Schilling und ihr Team, an diesem Thema dran zu bleiben und gleich weitere Aktionen anzustoßen. „Wir werden mit einer Gruppe von Schülern des Zabergäu-Gymnasiums eine weitere Initiative zur barrierefreien Innenstadt durchführen“, so Katica Schilling. Die Rückmeldungen der Probanden haben verschiedene Ansatzpunkte ergeben. So wurden zum Beispiel die Wasserspiele am Marktplatz mit ihren Ablaufrinnen als kritisch identifiziert, außerdem reduziert das Befahren der Pflastersteine die Kontrolle über einen Rollstuhl erheblich. Auch werden die Sitzmöglichkeiten in der Innenstadt aus Sicht von Menschen mit Einschränkungen als zu niedrig empfunden, so dass diese zum Beispiel für Menschen mit Hüftbeugeproblemen nur bedingt nutzbar sind. Generell ist auch das hohe Verkehrsaufkommen in der Innenstadt aufgefallen. Sehbehinderte Menschen werden durch die hohe Geräuschkulisse verwirrt, um Autos auszuweichen, bleibt mit Gehhilfen und Rollstühlen an vielen Stellen sehr wenig Platz. Auch die Erreichbarkeit mancher Geschäfte ist in Bezug auf Barrierefreiheit verbesserungswürdig, fehlen doch an einigen Stellen Handläufe, die auch schon bei nur einer Treppenstufe durchaus sinnvoll sind. „Wir halten diese Dinge für wichtig und werden uns deshalb auch weiter bemühen, hier Verbesserungen zu erreichen, damit Brackenheim und seine historische Innenstadt auch wirklich für jeden Besucher attraktiv ist“, so Katica Schilling weiter.

Quelle: Zaber Bote Juli 2015

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