»Wie ein schützender Mantel wollen wir sein…!« - Ambulante Palliativ-Versorgung stellt sich höchsten Ansprüchen

Als Katica Schilling am 30. April 2009 aus Köln ins Zabergäu zurückkehrte, fühlte sie sich bestärkt und zuversichtlich. War sie doch eines von 38 Mitgliedern, die den Tag genutzt haben, um der Pflege lebensbedrohlich erkrankter Menschen am runden Tisch der Charta für Palliativmedizin Flügel zu verleihen. Flügel, die die komplizierten Strukturen des deutschen Gesundheitswesens dringend nötig haben, um auch im Bereich der Palliativ-Care und insbesondere der häuslichen Pflege handlungsfähig zu sein. Flügel aber erst recht für viele Schwerstkranke, die ihren letzten Lebensabschnitt zuhause im Kreis ihrer Angehörigen verbringen möchten.

Nach der Definition der Welt-Gesundheits-Organisation WHO ist Palliativmedizin auch „ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und ihren Angehörigen, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen, und zwar durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Initiatoren der Charta für Palliativmedizin sind die Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, der Deutsche Hospiz- und Palliativ-Verband sowie die Bundesärztekammer. Katica Schilling hat als Vorstandsmitglied in der AG Palliativ-Care für den Arbeitgeber- und Berufsverband Privater Pflege e.V. (ABVP) an diesem runden Tisch teilgenommen. Im Gespräch mit den Vertretern der Gesundheitsministerien der Länder, der Kirchen, der Berufsverbände und der Patienten- und Betroffenen-Organisationen war ihr wichtig, den Bezug zur Praxis, wie sie ihn täglich in ihrem Pflegeservice d'hoim erlebt, darzustellen.

Denn noch immer sind die Rahmenbedingungen für die häusliche palliative Versorgung nicht zufriedenstellend erfüllt. Einerseits hat jeder Patient seit dem 1. August 2008 einen gesetzlichen Anspruch auf ambulante Palliativ-Pflege. Andererseits sind gerade bei den Krankenkassen die notwendigen Strukturen für den Einsatz eines Palliativ-Care-Teams noch nicht abschließend geschaffen. So findet Katica Schilling weiterhin für jeden Klienten eine individuelle Lösung mit den zuständigen Kostenträgern. Aber in ihr Engagement mischt sich auch Bedauern: „Offensichtlich ist den Verantwortlichen in der Politik und den Krankenkassen nicht bewusst genug, wie viel Zeit ihre bürokratischen Verfahren in Anspruch nehmen. Zeit, die die pflegebedürftigen schwerstkranken Patienten nicht haben – Lebenszeit.“

Das Wort Palliativmedizin hat seinen Ursprung im Lateinischen: „pallium“ heißt Mantel, und wie ein Mantel sollen alle Maßnahmen der Palliativmedizin den Schwerstkranken schützend umhüllen.
Zusammen mit vier qualifizierten Palliativ-Fachschwestern und allen weiteren Mitarbeiterinnen, die in der Palliativpflege fortgebildet wurden, widmet sich Katica Schilling der Betreuung schwerstkranker Menschen und ihrer Angehörigen, an jedem Tag des Jahres, rund um die Uhr.
„Den Kranken in seiner Lebenssituation zu stützen und möglichst jeden Tag seines Lebens lebenswert zu gestalten – das ist unser gemeinsames Ziel.“

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