Barrierefreies Wohnen - «In erster Linie geht es um das Wohlbefinden und die Sicherheit»

Interview im Zaberbote mit Katica Schilling:

ZaberBote: Frau Schilling, wie wichtig ist eine barrierefreie Wohnung für alte oder kranke Menschen?

Katica Schilling: Sehr wichtig! Natürlich ist es sinnvoll, wenn öffentliche Gebäude mit barrierefreien Zugängen versehen sind – aber deutlich mehr Zeit verbringt man ja in seinem eigenen Zuhause. Dort ist es wichtig, seine Bewegungsfreiheit weitgehend zu erhalten.

ZaberBote: Sie und ihre Mitarbeiterinnen vom Pflegeservice „d’hoim“ sind bei den Kranken und Pflegebedürftigen vor Ort – wie sind da Ihre Erfahrungen in der Umsetzung von Barrierefreiheit?

Katica Schilling: Oft sind die Häuser so gebaut, dass man sowohl als Kranker als auch als Pflegender vor großen Problemen steht: Steile Treppen, enge Durchgänge, zu kleine Badezimmer, fehlende Haltegriffe oder zu tiefe Betten … Der Gedanke an einen Umbau kommt oft zu spät.

ZaberBote: Dann ist es sinnvoll, sich frühzeitig mit dem Thema Barrierefreiheit auseinanderzusetzen?

Katica Schilling: Das ist richtig. Natürlich will man sich keine Gedanken über Krankheit und Alter machen, wenn man jung und gesund ist – aber die Erfahrung zeigt, dass man leider unverhofft in eine Situation kommt, in der man sich auseinandersetzen muss. Sei es, weil es einen selbst betrifft, oder als Angehöriger. Gerade diejenigen, die einen Um- oder Neubau ins Auge fassen, profitieren später davon, wenn sie jetzt barrierefrei planen. Auch im Hinblick auf Zuschüsse oder Fördergelder ist es sinnvoll, sich früher Gedanken zu machen – denn im Pflegefall sind die Zuschüsse der Pflegekasse sehr begrenzt.

ZaberBote: Kommt es vor, dass Sie von den Betroffenen oder deren Angehörigen auf die Eignung des häuslichen Umfelds angesprochen werden?

Katica Schilling: Es kommt sehr oft vor, dass Angehörige um Beratung bitten. Dann schaue ich mir die Begebenheiten an, und schlage Alternativen und Lösungen vor – in erster Linie geht es um das Wohlbefinden der pflegebedürftigen Menschen: Wie sind Schlaf-, Ess-, Wohnräume oder das Bad ausgestattet? Kann man sich dort frei bewegen? Auch die Sicherheit ist wichtig, zum Beispiel: Wo sind Stolperfallen? Wie können die vermieden werden? Oder „Kleinigkeiten“, die lebensrettend sein können, wie Hausnotruf, Feuermelder oder eine Zeituhr, die den Herd automatisch abschaltet. Bei größeren Um- oder Einbauten vermittele ich Kontakte an Experten, zum Beispiel zu Santitätshäusern, Bauunternehmen oder an Handwerksbetriebe.

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