«Weltfrauentag sollte jeden Tag sein»

Zum Weltfrauentag am 8.März traf der ZaberBote Katica Schilling, Leiterin des Pflegedienstes „d’hoim“, zum Gespräch.

ZaberBote: Frau Schilling, in Ihrem Pflegedienst beschäftigen Sie viele Frauen …

Katica Schilling: Ja, das ist richtig. Insgesamt arbeiten mehr als 25 Frauen im Pflegedienst „d’hoim“, viele sind Ehefrauen und haben Kinder. Wir sind ein sehr familienfreundliches Unternehmen, auch deshalb erhalte ich immer wieder einen Einblick, welche Schwierigkeiten im täglichen Leben bei dem Spagat zwischen Familie und Beruf auftreten können.

ZaberBote: Das heißt für diese Frauen, dass sie oft unter einer Doppelbelastung stehen – Hausfrau, Kindererziehung und Beruf unter einen Hut zu bringen, ist nicht immer einfach …

Katica Schilling: Hinzu kommt, dass die Arbeit im pflegerischen Beruf oft auch sehr belastend sein kann. Und wenn die Frauen „vom Fach“ sind, üben sie die pflegerische Tätigkeit nicht nur im Beruf, sondern zusätzlich auch oft noch innerhalb der eigenen Familie, bei den Eltern oder Schwiegereltern aus.

ZaberBote: Ist es wichtig, dass der Weltfrauentag gefeiert wird?

Katica Schilling: Eigentlich sollte der Weltfrauentag jeden Tag sein – solange noch ein extra Tag für die Frauen vorbehalten ist, heißt es auch gleichzeitig, dass die Gleichberechtigung noch lange nicht abgeschlossen ist.

ZaberBote: Wie kann man die Frauen, die den Spagat zwischen Beruf und Familie wagen, in ihrem Weg bestärken?

Katica Schilling: Durch Anerkennung. Gerade in unserem Beruf ist die sehr wichtig, auch weil hier die Bezahlung in keinem Verhältnis zum Einsatz steht, den die Frauen – und Männer (ca. 20 % der Beschäftigten in diesem Bereich) – bringen. Weil der Beruf im engen Zusammenhang mit tabuisierten Themen steht – Krankheit, Hilfsbedürftigkeit, Tod – verschließt man oft die Augen, anstatt zu sagen: Ich finde es toll, dass du das machst. Das interessiert mich auch. Gib mir bitte weitere Informationen dazu.

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